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Die Kernser Singbuben wurden 1949 von Jost Marty gegründet.

  Jost Marty
  (29.12.1920 - 3.08.1988)

  Ein Mann voller Kreativität und Tatendrang.



Rastlos, selbstlos, uneigennützig, stürmisch bis chaotisch, liebevoll, begeisterungs- fähig, verantwortungsbewusst, aktiv und dynamisch. Dies sind nur ein paar Adjektive, die dieses äusserst vielseitige Wesen Jost Marty umschreiben. Beschreiben kann man ihn ja nicht; da fehlen die präzisen Worte.

Deshalb hier nur ein paar Stichworte:
Geboren 1920 und aufgewachsen als Bauernsohn in Einsiedeln. Sein Vater war ein grosser Ländler-Musiker und auch sein Bruder war bekannt als eifriger Musikant. Kein Wunder, dass Musik für den jungen Seminaristen Jost Marty sofort zum Lieblingsfach wurde. "Als ich in Rickenbach zum ersten Mal auf dem Klavier ab Blatt vorspielen musste, habe ich statt der vorgeschriebenen 4 Seiten gleich 37 hintereinander gespielt". 1940 Lehrerdiplom in Rickenbach/Schwyz.

Mit Kerns war Lehrer Marty seit 1942 eng verbunden.

  • 27 Jahre "Oberlehrer" in Kerns (6./7. Kl.)
  • Gesangsunterricht in der 4./5. Kl. sowie 6./7. Kl. Mädchen
  • Turnen in der 2./3. Kl.
  • 12 Jahre Lehrer der Vorschule (19jährige), 15 Jahre Lehrer an der Landw. Schule
  • 1942-45 Organist bei Orchestermessen und Schülergottesdiensten
  • 1943-74 Mitgründer und Leiter des Jodlerklubs Fruttklänge
  • 1943 Organisator und mit Josef Durrer, Försters, Gründer der Trommler und Pfeiffer
  • 1944 Organisator des ersten Kernser Ferienlagers
  • 1944 Organisator der Sternsinger, der Choral buben, Organisator der Singgruppe des Müttervereins
  • 1946 bis zum Tode Organist und Kapellmeister für Kirchenchor und Orchester
  • 20 Jahre Leiter des Theaterorchesters
  • 1949 bis zum Tode Gründer und Leiter der Kernser Singbuben.

Mit den Kernser Singbuben wurde Jost Marty international bekannt; unter ande- rem gaben sie Konzerte in New York und Japan. Sein kompositorisches Schaffen umfasst über 150 Werke, darunter die 1. und 2. Jodlermesse, Lieder für Kirchenchöre, die "Missa pastoralis", die "Papst Johannes Messe" und viele Festmessen.

  • 1949 Gründermitglied des Verkehrsvereins Kerns, bis 1956 Präsident
  • 1949-76 Mitgründer und Leiter des Obw. Trachtenchörlis
  • 1952 Organisator der ersten Wanderkarte
  • 1954 Organisator des ersten Schwimmbad-Projekts
  • 1955 Gründermitglied der Obw. Wanderwege, Präsident bis 1969
  • 1941 bis 1960 Weiterstudium in Musik, Psychologie und Heilpädagogik
  • ab 1969 kantonaler Schulinspektor von Uri und auch wohnhaft in Bauen am Urnersee.

Zum Engagement von Jost Marty im Kader der Verbände sei das Augenmerk auf die grosse Arbeit als Kampfrichter und Kursleiter im ZSJV und im EJV gerichtet, im EJV besonders als Hauptberichterstatter und Autorität bei der Schaffung des neuen Beurteilungssystems im Jodelgesang. In der Robert-Fellmann Stiftung betreute er ab 1973 die musikalische Beratung und ab 1986 das Präsidium. Auch hier leistete er Unglaubliches, was wohlgemeinte Werkkorrekturen, literarische Beratung und Verbindungen zur "Suisa" und übrigen Institutionen des Autorenschutzes betrifft. Inbezug auf sein Wirken als Lehrer, Inspektor und Pädagoge kann man zur Kenntnis nehmen, dass in der Innerschweiz während seiner Amtszeit kaum ein Lehrmittel ohne seine wegweisende Mitwirkung den Weg in die Schulstuben gefunden hat. Es ist ganz einfach unmöglich, alles anzuführen, was Jost Marty der Mitwelt geschenkt hat. Die Möglichkeit, die uns übrig bleibt, ist das Gefühl tiefempfundener Dankbarkeit einem herzensguten Mitmenschen und seinem einnehmenden Lebenswerk gegenüber, das in unserem Gedächtnis dauernd haften bleibt.